Lets jump! – Selbstversuch in die Unabhängigkeit

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Lohnarbeit

Unser Alltag ist so eng mit Arbeit verflochten, dass wir gar nicht mehr wissen wie es letztlich dazu kam. Jahrhundertelang wurde Arbeit als lästige Pflicht, als Grundbedingung des Überlebens angesehen, welche über etliche Dekaden Sklaven überlassen wurde. In der Antike wurde Arbeit weg delegiert, weil Arbeit als geistlose Ablenkung vom eigentlichen Leben angesehen wurde. Ein angesehener Bürger schulte Körper und Geist, hatte demnach keine Zeit zu arbeiten.

Und heute? Heute definieren wir uns über unsere Arbeit.

Die erste Frage die man auf Partys gestellt bekommt ist nicht die wie es einem geht oder welchen Hobbys man nachgeht, wie man über bestimmte Themen denkt, sondern:

„ Und was machst du so beruflich?“

Was über Jahrhunderte als niedere Beschäftigung angesehen wurde, wurde im Zuge der Industrialisierung als wert- und identitätsstiftend erklärt. Ideale des kreativen Arbeitens als lächerlich und romantisch verkannt. Es ist eine beachtliche Leistung an die Industriellen unserer Zeit, dass Sie es geschafft haben durch Konsumzwang, Angstpropaganda und Medienmanipulation den Freiheitsdrang der Menschen zu ersticken.

Wir arbeiten um unsere Möglichkeiten als Konsumenten zu verbessern, uns auf Partys durch unsere Titel zu profilieren und nicht Gefahr laufen zu müssen gesellschaftlich verstoßen oder ausgegrenzt zu werden.

Alternativen – Lets try

Zunächst einmal vielen lieben Dank für die netten Kommentare und Nachrichten:) Mittlerweile erhalte ich viele positive und tolle Kommentare die mich extrem motivieren und inspirieren. Ihr seid die Besten!

Hier ein paar Auszüge, die ich gerne mich euch teilen möchte:

„ ….es gibt auf der großen weiten Welt noch sooo viele Kulturen und Minderheiten von deren Weisheiten wir uns etwas abschneiden können. Wir brauchen nur jemanden der uns das alles näher bringt!! Und ich glaube du kannst das! Gehe raus in die große weite Welt und mische dich unter die Völker…“ – Danke Ralf!!

„…auf jeden Fall wollte ich dir nur kurz sagen, dass dein Blog echt cool ist und genau den Zahn der Zeit trifft…mach bitte weiter so und vielleicht kommt ja auch irgendwann ein Buch von dir raus;-)..“ – Danke Philipp! 😉

Ich habe meinen Blog letztes Jahr mit der Intention begonnen, dass ich meine Gedankengänge zum einen teilen wollte und mir zum anderen wichtig war vielleicht auch den ein oder anderen dazu zu ermutigen in sich rein zu horchen.

Um eines klarzustellen: nur weil ich das ein oder andere hinterfrage oder für mich nicht als optimale Lebensform ansehe, heißt das nicht, dass das für einen anderen nicht genau das Richtige sein kann.

Es war NIE mein Anspruch anderen eine Lebensform aufzustülpen, die er oder sie gar nicht leben möchte. Warum auch? Wir sind freie Menschen. Demnach soll doch jeder tun dürfen was er will!!

Nur weil ich für mich entschieden habe nicht den starren 8 – 5 Job ohne Flexibilität, Gleitzeit, Abwechslung und 30 Tagen Urlaub ausüben zu wollen heißt das nicht, dass das genau die optimale Lebensform für andere ist!! Jeder kann und soll so leben wie er will.

Also nochmal: wem das gefällt: Herzlichen Glückwunsch!!! Ich hätte es auch sehr viel einfacher gehabt wenn ich mich dem Status Quo fügen könnte. Aber: leider nicht möglich;-)

Da ich seit über einem Jahr von freiheitlichen und individuellen Lebensmodellen schreibe, sehe ich mich nun in der Pflicht das in seiner vollen Konsequenz für euch auszutesten;-) Dass ich nach meinem Studienabschluss für sieben Monate in Namibia war, war der erste Step, aber noch lange kein Lebensmodell. Nun ist es an der Zeit ein eigenes Konzept zu entwerfen. Ein Konzept, das mich von der Lohnarbeit unabhängig macht, mir die Möglichkeit gibt viel zu Reisen und mein Leben einigermaßen frei zu gestalten.

Wenn es geklappt hat (und ich werde alles erdenklich Nötige dafür geben), habe ich dann auch die „Kompetenz“ darüber schreiben zu dürfen;-))) Denn offensichtlich stört sich der ein oder andere daran, dass ich für sechs Wochen inkonsequent gehandelt habe und im Angestelltenverhältnis gearbeitet habe. Es tut mir sehr sehr Leid! Wie konnte ich nur 😉

Seit ich von Namibia zurück bin, probiere ich mich beruflich aus. Wenn nicht, würde ich mir ja selbst widersprechen.

Darunter sieben Monate im Vertrieb und die letzten sechs Wochen das erste Mal im Angestelltenverhältnis: von 9 Uhr bis 18 Uhr abends. Mittagspause von 13 – 14 Uhr.

Ich sagte mir: „Nina, du schaffst das! Andere machen das schließlich schon seit Jahren. Dann kann das ja nicht so schwer sein“.

Gesagt getan.

Nach ca. einer Woche die ersten Zweifel. Denn: ich hatte die Befürchtung, dass ich mit meinem Schreibtischstuhl zu einer Einheit verschmelzen würde.

Wer braucht schon Beine geschweige denn Bewegung? :DD Naja, soweit so gut. Ich habe dann irgendwann zur Kompensation an Bewegungsmangel damit begonnen auf der Toilette Kniebeuge zu vollziehen, damit ich zumindest ein wenig das Gefühl hatte, dass mein Körper nicht verschrumpelt 😀

Ebenfalls wurde der Gang zur Kaffeemaschine und zurück zu meinen Lieblingsbeschäftigungen um einigermaßen körperlich am Leben zu bleiben.

Unabhängig davon fand ich es beachtlich jeden Tag ganze drei Stunden Feierabend zu haben. Soviel Freizeit auf einmal belebt den Geist;-)

8 Stunden Arbeit + je eine Stunde Anfahrt = 10 Stunden die ich für jemand anderen aufwende versus 3 Stunden für mich. Klingt fair. Feierzeit, in der all das erledigt werden muss was man den gesamten Tag nicht geschafft hat. Einkaufen, Kochen und Essen haben dabei bereits die Hälfte des wohlverdienten Feierabends verschlungen…

Ich habe während dieser Zeit erfahren, dass viele Arbeitnehmer nicht mehr als 14 Tage Urlaub am Stück nehmen dürfen, Zeit abgesessen wird, in manchen Betrieben mittlerweile Stechuhren, Kameras etc. eingeführt werden….

Ernsthaft??? Sind wir Produktionseinheiten oder Menschen????

Lange Rede kurzer Sinn: Egal wie viel Geld man mir dafür zahlen würde: Langfristig no fucking way!!!

Die Konsequenz: Ich springe nun (für euch) ins kalte Wasser:)))

Ich will ab jetzt nur noch projektbezogen, selbstständig und flexibel arbeiten. Denn wenn ein Projekt zu Ende ist, steht es mir frei wie viel Urlaub ich mir nehme. Ob ich zwei Wochen, vier oder acht verreise ist dann letztlich meine persönliche Entscheidung. Ebenfalls habe ich die Zeit mich endlich langfristig nebenbei selbstständig zu machen.

Für mich persönlich trägt der Fulltimejob im Angestelltenverhältnis nicht zum guten Leben bei! Keine Zeit, keine Möglichkeit aus der Tretmühle zu entkommen, ich hänge an einer Geldquelle, Abhängigkeit, keine Flexibilität, Ortsabhängigkeit, Zeitverschwendung durch Absitzen von Zeit, zu wenig Urlaub und Freizeit.

Doch welche Möglichkeiten haben wir denn? Schließlich fallen monatlich Krankenkassenbeiträge, die Miete und alle weiteren Kosten an?

Also lasst uns einmal Brainstormen:

1. Teilzeitarbeit

Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Arbeit in Teilzeit. Ich weiß, ich werde jetzt belächelt. Von wegen: wie soll man den damit seine Lebenshaltungskosten bestreiten können????

Ganz einfach: Konsumschulden vermeiden, nicht auf Raten kaufen, keine unnötigen Kredite aufnehmen und vllt generell einmal das gesamte Konsumverhalten überdenken. Allerdings ist dieser Ansatz für die meisten Menschen wahrscheinlich nicht denk- und machbar. Also schauen wir uns das nächste Lifestyle Modell an:

2. Projektarbeit

Projektarbeit bedeutet, dass man immer nur auf Zeit einer gewissen Tätigkeit nachgeht, um sich dann ein neues Projekt zu suchen. Das schöne hierbei ist, dass es jedem selbst frei steht, wie viel Zeit er zwischen den einzelnen Projekten vergehen lässt. Wer sich mehrere Auftraggeber sucht und gute Arbeit leistet, erhält regelmäßig Projektangebote,die er/sie entweder annehmen oder ablehnen kann. Und wer in seinem aktuellen Job nicht wüsste wie er an Projekte kommt, dem schlage ich vor eigen initiativ in Firmen anzurufen und sich als freien Mitarbeiter anzubieten. Auch die täglichen Projektzeiten können dank Selbstständigkeit zumeist relativ frei eingeteilt werden. Wer dann noch eine Beschäftigung findet, in der nicht primär der Zeiteinsatz sondern der Erfolg gezahlt wird, der kann im Bestfall in relativ kurzer Zeit überdurchschnittlich gut verdienen.

3. Automatische Einnahmen

Das meiner Meinung nach beste Modell allerdings ist immer noch das Modell des Erschaffens von Systemen, welche automatische Einnahmen generieren. Das wäre zum Beispiel das Gründen eines eigenen Geschäfts in welchem man nach und nach die Abläufe outsourct (Online – Shops, Produktverkauf), sich mit dem was man liebt selbstständig machen, Geld sparen und intelligent investieren, Produkte günstige einkaufen und teuer verkaufen etc.

Es gibt so viele Möglichkeiten, sich von einem Job unabhängig zu machen. Dass der Weg bis dahin einfach und straight verläuft sei mal dahingestellt. Dennoch: wer nicht wagt der nicht gewinnt.

In diesem Sinne bin ich sehr auf eure Ideen, Erfahrungen und Anmerkungen gespannt:)

Eine schöne Vorweihnachtszeit ❤

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6 Gedanken zu “Lets jump! – Selbstversuch in die Unabhängigkeit

  1. Ich bin nun seit knapp zwei Jahren im „kalten Wasser“ (da schwimmt es sich hervorragend) und nachdem ich alle 3 Wege gegangen bin, ist meine Lehre daraus, dass keiner der 3 Vorschläge für mich geeignet ist.

    Ich habe deswegen die Frage geändert:
    Statt „Was kann ich tun, um meine Kosten zu decken“.
    Frage ich nur noch: „Was will ich tun. Was will ich wirklich wirklich tun.“

    Und dann tue ich das.

    Ich glaube, dass sich das mit dem Geld immer klärt, wenn man kreativ und voller Freude in dem ist, was man wirklich und von Herzen tun will. Manchmal dauert es lange. Manchmal wird es knapp, aber das ist für mich in Ordnung, denn jeden einzelnen Tag beginne und beende ich in großer Freude und mit viel Zeit für meine Frau und Kinder.

    Die spannende Lehre für mich war dabei: solange ich zuerst geschaut habe, wie ich Geld reinbekomme, habe ich mich selbst wie ein Geldsklave verhalten. Als ich begonnen habe, das zu tun, was mir wirklich Spaß macht, hat das Geld seine Macht über mich verloren und wurde zum Werkzeug.

    Also mein Brainstormbeitrag: mach einfach, worauf Du so richtig richtig Lust hast, der Rest kommt von allein. Es geht nicht darum, was Du in Zukunft oder den Rest Deines Lebens tun wirst, sondern nur darum, was Du heute tun wirst. Genießt Du heute vom Grunde Deines Herzens aus Dein Leben, ist alles alles perfekt und die Zukunft voller Möglichkeiten.

    PS: Auf was für seltsame Partys gehst Du, auf denen man zuerst gefragt wird, was man beruflich macht? 😀

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    • Hey Mattias,

      danke für deinen tollen Beitrag:)))

      Zu deiner Frage: du warst wohl noch nicht sooft auf Juristen und BWLer Partys, oder?:DDD

      Ich freue mich, dass du deinem Herzen folgst und das tust was dir Freue macht. Ich denke auch, dass Geld letztlich nur eine logische Konsequenz ist. Sobald man tut was man liebt, investiert man Zeit, Leidenschaft und Engagement. Nur wer für etwas brennt, kann m.E. langfristig gut darin sein. Wer für ein eigenes Unternehmen brennt, für den wäre einer dieser Wege zum Beispiel der geeignete. Du hast dich doch auch selbstständig gemacht oder nicht?:)

      In diesem Sinne wünsche dir und deiner Familie eine wunderschöne Weihnachtszeit!!!:) Freue mich schon auf deine kommenden Videos:)))

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