Alles hat seinen Preis – Das Spiel überlisten, anstatt nur mitzuspielen

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Was hindert uns daran, morgen unsere Sachen zu packen, an den Flughafen zu fahren und wegzufliegen?

Wir könnten morgen den Kugelschreiber zur Seite legen, den Rechner im Büro runter fahren, den Arbeitskollegen alles gute wünschen, dem Chef nochmal für alles Danke sagen und den nächsten Flieger nach Costa Rica nehmen.

Beschweren sich doch alle, dass das Wetter in Deutschland immer so doof ist und der Job und überhaupt könnte alles immer ein bisschen besser sein.

Also, wo hängts???

„Ich kann nicht weg, ich habe einen Job“, „ Ich kann nicht weg, ich habe hier eine Familie“, „Ich kann jetzt nicht weg, ich habe Verpflichtungen“. „Ich kann nicht weg, ich muss ja Geld verdienen.“

Das sind die Antworten die wir uns geben.

Zurecht! Denn: alles im Leben hat seinen Preis.

Den sicheren Job in Deutschland ausüben, während man 360 Tage im Jahr im Ausland Abenteuer erlebt, viel Geld verdienen, aber einen Job als Sozialarbeiter annehmen, eine Tauchschule in Ägypten leiten, aber das deutsche Gesundheitssystem genießen….all das sind Widersprüche die nicht miteinander in Einklang gebracht werden können….oder?

Zumindest kurzfristig müssen wir uns für das eine oder andere entscheiden.

Dabei fallen den meisten Entscheidungen so schwer.

Viele scheitern bereits am umfangreichen Mittagsmenü im Restaurant.

Soll ich die Spaghetti nehmen? Oder doch lieber das Schnitzel mit Pommes? Vielleicht wäre es auch besser, wenn ich einen Salat essen würde, ist ja schließlich gesünder.

Also bestellen wir das Schnitzel und fragen uns nach dem halben Teller, ob die Spaghetti nicht doch leckerer gewesen wären. Wir sind die Generation der 1000 Optionen. Nur welche ist die richtige?

Wie soll man sich denn dann erst für ein Lebensmodell entscheiden, wenn es bereits bei der Menüwahl hapert?

Eine Idee wäre die, dass wir beginnen die Preise für unsere Entscheidungen zu vergleichen!

Preis? Welchen Preis fragst du dich jetzt vielleicht.

Na den Preis, den wir dafür zahlen je nachdem welche Entscheidung wir im Leben fällen.

Daher sollten wir uns genau überlegen, welche Ziele wir in unserem Leben verfolgen.

Denn wenn wir am Ende unseres Lebens ein Ziel verfolgt haben, dass unserer Natur nicht entsprach, dann haben wir einen hohen Preis gezahlt ohne damit jemals glücklich geworden zu sein.

Schauen wir uns doch einmal die Preise an:

Wenn man sich die Preise, welche man für Entscheidungen zahlt anschaut, sind es doch wenn man bis zum Kern durchdringt zwei Werte, die sich immer wieder entgegenstehen.

Freiheit vs. Sicherheit.

Will ich Sicherheit, wähle ich instinktiv den Job im Angestelltenverhältnis, bleibe bei meinem langjährigen Partner und habe alles im Griff. Ich habe die Möglichkeit mir ein großes Umfeld aus guten und engen Freunden aufzubauen, eine Familie zu gründen, in einer schönen Wohnung/Haus zu leben und es mir gut gehen zu lassen.

Schauen wir uns den Preis an den wir für dieses Leben zahlen:

Die meisten tauschen in diesem Leben ihre Zeit gegen Geld. Abenteuer und Action erlebt man ein paar Wochen im Jahr und vielleicht spürt der ein oder andere auch eine gewisse Langeweile die sich durch den immer wieder ähnlichen Tagesablauf allmählich breit macht.

Will ich Freiheit, muss ich Risiken eingehen. Risiken wie zum Beispiel den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen oder die Umsetzung eines Modells, bei dem wir nicht mehr unsere Lebenszeit gegen Geld eintauschen, sondern ein Produkt multiplizieren….Bücher, (Info) Produkte oder das langfristige Outsourcen des eigenen Unternehmens wären hierbei Optionen, um nicht mehr nur unsere Zeit eintauschen zu müssen.

Was ist allerdings der Preis den wir hierbei zahlen müssen:

Wir zahlen den Preis, dass wir auf die Nase fallen können. Wir geben unser sicheres Leben auf und können nie kalkulieren, wie der kommende Monat finanziell aussieht. Wir riskieren, dass andere über uns lachen, dass wir keine „Anerkennung“ erhalten und/oder vorerst wenig oder nichts verdienen.

Aber die Frage die ich mir stelle ist am Ende die:

Was bringt mir das „sicherste“ Leben, wenn ich am Ende auf dem Sterbebett bereue nicht gelebt zu haben? Ist das nicht vielleicht der allergrößte Preis, den wir zahlen, wenn wir nicht unserem Herzen gefolgt sind?

Selbstverständlich ist es vielleicht nicht soo intelligent wenn wir so wie der Reiseautor Helge Timmerberg zugekifft Hermann Hesse lesen um dann als Siddhartha mit 500 Euro nach Indien zu reisen (um dann festzustellen, dass in der Türkei die Kohle zu Ende ist) 😉

Aber vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit auf der einen Seite ein stabiles Leben zu führen und auf der anderen Seite Action und Abenteuer zu erleben?!

Einfach mal ein Jahr aussteigen, sich nebenher selbstständig machen oder Auftraggeber als Freelancer suchen, sich im Angestelltenverhältnis Freiräume schaffen (Homeoffice, Gleitzeit, Arbeiten auf Erfolgsbasis), sich mehrere Standbeine schaffen etc.

Wahrscheinlich sind extreme Lebensweisen egal in welche Richtung ungesund. Aber vielleicht können wir ja einen Mix erschaffen. Einen Mix, der uns einerseits nachts ruhig schlafen lässt, uns unsere Miete zahlen und unsere Kinder ernähren lässt aber auf der Seite ein Leben, das uns ermöglicht uns weitestgehend frei zu fühlen.

Kurzfristig erfordert die Umsetzung eines unabhängigen Lebens viel Zeit, Energie und Nerven. Aber langfristig ist es vielleicht die beste Entscheidung die wir treffen konnten.

Probieren wir es doch aus? Am Ende klappts vielleicht sogar:)

Ein schönes Restwochenende wünsche ich euch ❤

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6 Gedanken zu “Alles hat seinen Preis – Das Spiel überlisten, anstatt nur mitzuspielen

  1. Schon wieder ein Plädoyer, das Rückschlüsse auf eigenes Wunschdenken nicht ausschließt. Zweifellos sind Ausbruchsversuche noch gerade zu verantworten wenn zu Hause bzw. irgendwo ein Bettchen steht, das verdammt deutlichen Stallgeruch garantiert. Wie sieht das aber aus, wenn bei dem Ruck zur Realisierung das Taschengeld nicht ausreicht, und man möglicherweise auch wertvolle Menschen verletzt ? Eine Rückkehr unmöglich wird ? Ein wenig egoistisch aus Angst vor der Erkenntnis auf dem Sterbebett, etwas versäumt zu haben. Der werfe den ersten Stein, dem nicht Versäumnisse einfallen, aber nachgedacht, wie das gelaufen wäre, wenn man das ach so wertvolle Ego befriedigt hätte ? Labile, oder auch manipulierbare Zeitgenossen sollten vielleicht deinen Blog besser nicht zu ernst nehmen. LG Dein Wolfgang

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    • Dein Blog lebt auch von Kommentaren !! Vielleicht ist der meinige eine Spur zu hart, aber glaube mir, das Leben, die Realität ist noch viel härter, und verzeiht Fehler auf Sicht nur selten, oder garnicht !! Alles Liebe ..Wolfgang

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      • Wann begeht man deiner Meinung nach einen Fehler?

        Entweder man bleibt in seiner Komfortzone sitzen und macht dementsprechend nie irgendwelche Fehler, oder man riskiert es auf die Nase zu fallen.

        Jeder wie er will:)

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    • Vielen Dank für deinen Beitrag:) Selbstverständlich befinden wir uns heut zu Tage in einer Zeit, in welcher die individuellen Bedürfnisse zuweilen dem Kollektiv übergeordnet werden. Das hat seine Vor- wie auch seine Nachteile. Wie das aber meiner Meinung nach jede Entscheidung im Leben auch mit sich führt. Ying und Yang. Licht und Dunkelheit. Jede Entscheidung hat seinen Preis. Aber darüber habe ich ja bereits geschrieben.
      Dennoch: wie will man für das Kollektiv eine Bereicherung darstellen, wenn man seine individuellen Bedürfnisse zurücknimmt und letztlich kein Mensch sondern nur noch eine funktionierende Hülle übrig bleibt?? Sind nicht gerade die Individualisten diejenigen gewesen, welche dem Kollektiv zu Nutze kamen?? In welcher Welt können wir JEDEM gerecht werden? Und wenn wir das können, sind wir dann noch ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen oder eine Maschine?
      Selbstverständlich kann es nicht sein, dass man sein selbst egoistisch und ohne Abwägung über das Kollektiv stellt, insbesondere über Menschen die man liebt. Aber: wenn die anderen dich wirklich lieben, akzeptieren sie dann nicht deinen individuellen Weg? Gibt es denn ein Leben, in welchem wir nie einen anderen verletzen?
      Ich denke das diese Überlegung letztlich immer eine Schnittmenge zwischen den individuellen Bedürfnissen und denen des Umfeldes darstellt. Im Bestfall findet man hierbei eine Schnittmenge.
      Und was du meinst bezüglich es gibt keine Rückkehr? Wer sagt das? Und natürlich auch die Frage: wer weiß denn, ob wir wenn wir einen neuen Step gegangen sind, wieder die Rückkehr wollen?
      Und nochmal: alles hat seinen Preis. Bleibe ich in meiner Komfortzone, trete ich vllt niemandem auf die Füße und tue dem Kollektiv Gutes. Aber tut man sich selbst etwas Gutes? Warten wir auf die Laudatio auf dem Sterbebett?
      Letztlich ist doch jede Entscheidung welche wir fällen eine Frage der Abwägung. Wenn es mir wichtig ist, niemandem auf die Füße zu treten, sollte man auch niemandem auf die Füße treten. Solange man m.E. zufrieden mit dem ist wie man lebt. Wenn man jedoch merkt, dass dieser Zustand unglücklich macht und unerträglich ist, treten wir uns dann nicht im Endeffekt selbst auf die Füße? Und wenn ja, ist das besser?
      In einer Gemeinschaft, in welcher jeder die individuellen Bedürfnisse des anderen akzeptiert, sollte sich doch immer eine Lösung finden. Oder ist das eine Utopie?
      LG Nina

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  2. Hey Annina,

    ich bin zufällig auf deinen Blog gestoßen, da ich dich ehrlich gesagt kurz bei Facebook gestalkt habe, da du in der Neu in Frankfurt-Gruppe auf der Suche nach einem Laufpartner warst und ich Sportmedizin studiere bzw. Bewegungstherapeut bin und ich früher selbst viel gelaufen bin.
    Auf jeden Fall wollte ich dir nur kurz sagen, dass dein Blog echt cool ist und genau den Zahn der Zeit trifft. Ich selbst setze mich gerade sehr mit Persönlichkeitsentwicklung sowie digitales Normadentum auseinander und fahre am Sonntag auch zu Tobi Beck, falls du den kennst. Nicht weil ich unglücklich bin, sondern weil es mir auch bei der Arbeit mit Menschen sehr hilft.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Mach bitte weiter so und vielleicht kommt ja auch irgendwann ein Buch von dir raus 😉

    Viele Grüße
    Philipp

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    • Lieber Philipp,

      ich danke dir sehr für deinen netten Kommentar:) Das hat mich sehr gefreut!!
      Tobias Beck habe ich vor einigen Wochen live in Wuppertal erlebt. Von daher ganz viel Spaß. War sehr cool.

      Und zum Thema Buch: vielen Dank für deine motivierenden Worte. Mein erstes Buch, samt neuen spannenden Auslandsaufenthalten ist für 2017 geplant:)

      Ganz viel neue Erkenntnisse auf deinem Seminar und eine schöne Vorweihnachtszeit:)

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