Die Kunst überall zu leben und zu arbeiten – ein Plädoyer für mehr Zeit und Freiheit

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Wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens mit der Arbeit oder mit der unbezahlten Zeit in Zügen, Bussen, Verkehrsstaus um zur Arbeit oder wieder nach Hause zu kommen. Jeder dritte von uns ist verschuldet, weil wir versuchen unsere fehlende Zeit dank „Lohnknechtschaft“;-) durch Konsum zu kompensieren. Die meisten arbeiten um ihre Schulden abzuzahlen…

Es ist für uns normal Produkte auf Raten zu kaufen, Hypotheken über Jahrzehnte zu tilgen uns für Autos und Konsum zu verschulden. Der natürliche Kreislauf unseres westlichen Lebens: Arbeiten, sich verschulden, noch mehr Arbeiten um die Schulden zu tilgen um wieder zu konsumieren….

Insgesamt ist nach den Zahlen der Wirtschaftsauskunft Creditreform fast jeder zehnte Erwachsene in Deutschland überschuldet. 6,7 Millionen Menschen sind demnach nicht in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit zu begleichen. Bei durchschnittlichen Schulden von rund 32.600 € pro Kopf summiert sich der Schuldenberg auf knapp 217,8 Milliarden Euro.1

Nehmen wir Arbeit-, Konsum-, und Schlafzeit bleibt nicht mehr viel Zeit übrig.

Zeichnen, Schlafen, Reisen, sich mit Freunden treffen, seinen Tag frei gestalten, frei entscheiden wie der heutige Tag aussehen soll…eine Utopie in unserer Gesellschaft?

In Deutschland zählt nur ein Credo: mehr Haus, mehr Auto, mehr Konsum…und dafür geben wir etwas sehr sehr wertvolles in unserem Leben auf – unsere Zeit -.

57 Paar Schuhe, ein überfüllter Kleiderschrank, 7 Millionen Dekoartikel, 20 Pflegeprodukte (für nur einen Körper:D) etc.

Seit ich meinen Hausstand verkauft und nur das Nötigste in ein paar Kartons aufbewahrt habe, kann ich nicht behaupten, dass es mir schlechter geht als zuvor. Im Gegenteil. Ich muss keine 1000 Gegenstände mehr verwalten, keine Deko abstauben und ein Umzug erledigt sich auch in einer Stunde.

Das soll nicht heißen, dass es nicht natürlich schön ist, wenn es einem an nichts mangelt. Doch zahlen wir durch die Anschaffung von Konsumgütern einen Preis, den ich persönlich nicht bereit bin langfristig zu zahlen.

Wir zahlen mit unserer Lebenszeit. Denn um uns Dinge zu kaufen, benötigen wir Geld. Und um das zu erhalten tauschen wir unsere Zeit ein. Zeit, in der wir ein gutes Buch lesen, uns Weiterbilden, Reisen, Spaß haben, Musizieren, Malen, uns mit Freunden treffen könnten…

Dabei muss jeder für sich entscheiden, ob er bereit ist diesen Preis zu zahlen. Die meisten sind es offensichtlich. Und das ist ja auch nicht verkehrt. Es ist mir nur wichtig, sich für einen kurzen Moment mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Aber was haben wir denn für Alternativen fragen wir uns jetzt vielleicht?

Kündigen und mit Räucherstäbchen durch die Welt laufen?? Es wird schwierig, wenn wir unserem Vermieter keine Miete mehr zahlen können, weil wir unseren Job gekündigt haben um uns nun joblos mit Klangschalen unserer neu entdeckten Spiritualität hinzugeben;-)

Nur wie lösen wir das Dilemma? Zum einen Freiheit und Zeit zu erlangen, auf der anderen Seite aber Rechnungen zahlen zu können?

Die meisten von uns kennen lediglich das Konzept des 8 stündigen Angestelltenjobs. Mindestens 20 Urlaubstage, 8 Stunden an einem Ort verbringen und abends wieder nach Hause fahren.

Was aber, wenn es andere Modelle gibt, mit denen wir Urlaub nehmen können wann wir wollen? Bei denen wir nicht an einen Ort gebunden sind? Ein Modell dass uns zwar einerseits unsere Rechnungen zahlen lässt, auf der anderen Seite aber auch Zeit und Freiheit gewährt?

Wäre es dann keine Idee, zumindest einmal darüber nachzudenken?

Eine Möglichkeit bieten zum Beispiel Freelance- Tätigkeiten. Freelancing bedeutet, dass man nicht einen Arbeitgeber hat, sondern sich mehrere Auftraggeber sucht, denen man seine Dienstleistungen anbietet. Man kann seine bereits vorhandenen Skills anwenden und sofort potentiellen Kunden anbieten, oder aber man beginnt neue Skills zu lernen.

Es gibt einige Jobs, die sich zum Freelancen anbieten:

1. Web – Entwicklung

2. Web – Design

3. Branding und Markenpositionierung

4. Übersetzungen

5. Life – Coaching

6. Produktdesign

7. Buchhaltung

8. Fotografieren

9. Bloggen

10. Suchmaschinienoptimierung etc.

Es gibt mittlerweile etliche Online – Plattformen, welche Freelancingjobs anbieten. Wie zum Beispiel:

  • Elance

  • Freelancer

  • Odesk

  • Textbroker

  • Bloggerjobs

  • Übersetzer

    etc.

Ich glaube daran, dass wir alle etwas in uns spüren wofür wir brennen. Und wenn wir das gefunden haben, haben wir nur dieses eine Leben um aus unseren Träumen Realität werden zu lassen.

Vielleicht könnten wir damit aufhören Zielen hinterherzujagen und beginnen das zu leben was sich gut anfühlt. Dann wird sich der Rest von selbst ergeben.

„Man sieht keine Verbindung zwischen den Punkten, wenn man nach vorn schaut. Man kann sie nur verbinden, wenn man zurückblickt. Man muss sich also einfach darauf verlassen, dass diese einzelnen Punkte sich in der Zukunft irgendwie verbinden werden. Man muss in etwas vertrauen – das Bauchgefühl, Schicksal, Leben, Karma, was auch immer. Dieser Ansatz hat mich nie enttäuscht und er hat mein Leben geprägt.“

– Steve Jobs –

Ist es nicht vielleicht lohnenswert, uns wieder Zeit in unser Leben zurückzuholen, indem wir unser Konsumverhalten und unser westliches Lebensmodell reflektieren?

Haben wir nicht vielleicht doch auch noch andere Möglichkeiten unser Leben zu gestalten?

Auf eure Kommentare bin ich sehr gespannt, denn: alles ist streitbar 🙂

Ich wünsche euch eine tolle Woche<3

LG Nina

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11 Gedanken zu “Die Kunst überall zu leben und zu arbeiten – ein Plädoyer für mehr Zeit und Freiheit

  1. Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Zurück zu unseren Vorstufen, aber ohne Komfort, denn wer will denn denselben erfinden, und auch noch erarbeiten ? Nein, derselbe ist ganz einfach da, und es ist Ehrensache, ihn zu ignorieren. Aber geht das ? Unser Streben geht in Richtung Zweisamkeit, die ganze Welt ( auch Anina`s ) richtet sich danach aus, obwohl wir wissen, dass nichts unbeständiger ist , als Gefühle. Trotzdem haben wir den Drang, die “ Blaue Blume „zu finden. Ganz sicher nicht mit Unterstützung gut gemeinter Ratschläge. Anina`s Welt ist keine Reale Welt, aber eine “ schöne Welt “ und wer es fertig bringt, ohne Entbehrungen darin zu leben, hat die “ Blaue Blume “ gefunden. ( Zu den Entbehrungen zählt aber auch fast immer, der Partner, zu dem man sich hingezogen fühlt.) Vielleicht leben Menschen mit Schulden auch glücklich, wenn auch nicht alle? Dein Blog ist gutes Kino, aber was kommt nach der Vorstellung? Wünsche Dir, dass ich falsch liege. Wolfgang

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    • Lieber Wolfgang,

      wie immer danke ich dir, dass du dir die Zeit nimmst dich mit meinen Gedanken auseinanderzusetzen:)

      Selbstverständlich ist es nicht meine Intention zu völligem Konsumverzicht, Kerzenschein statt Strom und Brunnenwasser statt Leitungswasser aufzurufen 😀 Allerdings stellt sich mir die Frage, ob es nötig ist, sich 5 Millionen Dekoartikel, Geschirr in 12 facher Ausführung etc. zuzulegen, wenn man hierfür Lebenszeit gegen Geld eintauscht um damit diese Dinge zu erwerben?

      Ich bin ganz bei dir, wenn du davon sprichst, dass alles im Leben einen Preis hat! Selbstverständlich zahlt man für jede Entscheidung im Leben einen Preis.

      Lebe ich in einer Partnerschaft, zahle ich „den Preis der Monogamie“ und den Kompromisse eingehen zu müssen. Entscheide ich mich für das Singleleben, zahle ich den Preis das ein oder andermal einsam zu sein etc. Preise müssen wir immer zahlen. Nur müssen wir für uns entscheiden welchen wir eher bereit sind zu zahlen.

      Wir können keine Entscheidungen treffen, ohne dafür die Konsequenzen tragen zu müssen. Jede Entscheidung kostet. Nur die Frage ist, ob wir unseren Werten nicht vielleicht ein falsches Preisschild aufgeklebt haben??? (Frage/ These keine Behauptung)

      Und bezüglich deines Partnerschaftsdenkens: selbstverständlich sind wir Menschen soziale Wesen. Was meinst du mit der Entbehrung einer Partnerschaft? Was ist dein Punkt?

      Und bzgl. Traum oder Realität: ist Realität das was das Kollektiv als Realität bezeichnet bzw. die Mehrheit lebt?? Und wenn ja, muss das dann immer das Richtige sein??

      Bin wie immer auf deine Antwort gespannt und wünsche dir ein schönes Wochenende:)))

      Fühle dich gedrückt

      Nina

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  2. Liebe Nina, ich kann deinen Ideen aus voller Überzeugung zustimmen. Ich habe selbst vor 4 Jahren mein Unternehmen als CEO und Aktionär verkauft. Alle wollten immer höher fliegen. Meine Entscheidung war klar: Ich werde als Selbständiger Coach meine Zukunft lebenswert gestalten. Mehr Zeit für meine Frau, Freunde, Hobbys und die aktive Selbststeuerung. Rückblickend kann ich nur sagen: „Alles richtig gemacht“. Ich bestimme mein Leben. Nachteile sind nicht zu erkennen und auch nicht zu erwarten.
    Ich möchte Dich mit diesen Zeile auch anspornen, Deinen Weg weiter zu gehen. Dir eine schöne lebenswerte Zukunft.
    HG Peter

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    • Hallo Peter,

      vielen lieben Dank für deine schöne Nachricht:))) Es ist super zu hören, dass es auch positive Wendungen gibt!!! Weiter so.
      Plane aktuell 2017….brauche wieder spannende Blog Themen;-))) Es ist wunderbar, wenn man sich mit Ähnlich-denkenden austauschen kann.
      Ich freue mich sehr, dass du deinen Weg gefunden hast und anderen vorlebst ihren eigenen Weg zu gehen.

      Herzliche Grüße
      deine
      Nina

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  3. Liebe Nina ! Realität ist nicht an das gebunden, wie die Mehrheit lebt, sondern zeigt den Gegenstand des Zeitgeschehens in der Gegenwart !! Fühle dich gedrückt ! Wolfgang

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