Mut zur Angst – die Geschichte vom kleinen Kürbis

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Es war einmal ein kleiner Kürbis.

Dieser kleiner Kürbis lebte wohlbehütet in einer winzigen, beengenden, durchsichtigen Glaskugel (stellen wir uns jetzt einfach mal vor, dass das wachstumstechnisch möglich ist) 😉

Der kleine Kürbis hatte es dort kuschelig, sicher und bequem. Abgeschirmt von Krabbeltierchen, Unwetter, geschützt vor den Gefahren der Welt wuchs der kleine Kürbis dort wohlbehütet auf. Dass er allerdings nur so groß werden konnte wie die Glaskugel um ihn herum – nämlich winzig – nahm er in Kauf. Die Gefahren die außerhalb seiner Kugel lauerten waren ihm zu riskant und angsteinflößend.

Was er nicht wusste: Hätte er seine Begrenzung gesprengt, hätte er ein großer, freier und prächtiger Kürbis werden können….

Warum erzähle ich diese Geschichte?

Ich erzähle diese Geschichte, weil die meisten Menschen ohne es zu wissen ebenfalls unbewusst ihr Potential durch unsichtbare Grenzen beschränken. Diese Grenze die ich meine nennt sich Komfortzone. Das ist natürlich nicht verkehrt. Warum soll man sich quälen, wenn man es schön und kuschelig haben kann. In der Komfortzone kennt man sich aus. Man fühlt sich souverän und gut. Also warum etwas ändern wollen?

Das Problem an der Komfortzone ist meiner Meinung nach folgende:

Wir werden in unserer Wohlfühlzone niemals unser volles Potential entfalten können. Unsere Komfortzone ist wie eine Begrenzung. Sie begrenzt unsere Persönlichkeit. Denn wie stark wir sein könnten, werden wir in unserer Komfortzone niemals erfahren.

Möglichkeiten, Erfolg und persönliches Wachstum erfahren wir nämlich selten in unserer Kuschelzone. Vor vielen Menschen sprechen, nicht mehr von der Anerkennung anderer abhängig sein, jemandem seine Gefühle gestehen, ein unangenehmes Gespräch führen, dem eigenen Weg folgen selbst wenn alle dagegen sind sind alles Dinge, die sich außerhalb unserer Komfortzone befinden.

Wachsen können wir nur dort, wo wir Herzklopfen, zittrige Knie, Scham, Unsicherheit und Angst verspüren.

Wer kann sich noch daran erinnern, wie es sich angefühlt hat das erste mal mit dem Fahrschulauto loszufahren. Ich kann nur von mir sprechen: meine Klamotten konnte man nach der ersten Fahrt vollständig auswringen:D

Heute geht das Autofahren automatisch. Ohne darüber nachzudenken steigen wir in unsere Autos und düsen los.

Wenn wir also hier unsere Angst überwunden haben, können wir doch auch überall sonst unsere Ängste verlieren?!

Begeistert und selbstsicher vor ein großes Publikum treten, nicht von der Meinung anderer abhängig sein, demnach machen was man für richtig hält. Das alles können wir schaffen, wenn wir uns unseren Ängsten stellen.

Was muss das für ein unbeschreibliches Gefühl sein, wenn man vor (fast) nichts mehr Angst hat und sich dadurch alles traut und umsetzt was man schon immer machen wollte. Denn Angst ist nichts Negatives – Angst zeigt uns lediglich die Türe zu mehr!

Mehr Selbstbewusstsein, mehr Selbstvertrauen, mehr Stärke, mehr Mut.

Jeder Erfolg entsteht zunächst immer in Angst, denn Angst selbst kündigt in erster Linie etwas Neues an und dies besitzt das Potential zu Entwicklung und Fortschritt.

Es ist keine einfache Aufgabe, aber ein wichtiger Schritt zu persönlichem Wachstum. Wer beginnt, die Angst als Chance zu sehen und als wichtiges Kriterium dafür zu werten, dass man kurz vor persönlicher Weiterentwicklung steht, der stellt sich mutig seinen Ängsten und überwindet sie.

Wir haben Angst vor dem Scheitern, der Ablehnung und Kritik anderer, der Angst vor dem Verlust vor Sicherheit, der Angst vor Fremdem, der Angst vor dem Verlassenwerden, der Angst vor dem Alleinesein, der Angst vor dem Verlust von Ansehen, Liebe und Neuem.

Doch genau hier trennen sich die Wege der „kleinen Kürbisse“ und der „großen Kürbisse“: Für die einen wiegt die Angst zu schwer, so dass sie sich für Stillstand und ihre Komfortzone entscheiden. Andere wiederum haben auch Angst. Allerdings wissen sie, dass sie sich ihren Ängsten stellen müssen um sie zu überwinden.

Wer den Mut hat sich seinen Ängsten zu stellen und durch sie hindurchzugehen fühlt sich freier.

Als ich letztes Jahr nach Namibia geflogen bin hatte ich auch Angst. Angst vor dem was auf mich zukommen würde. Jedoch konnte ich nach kurzer Zeit feststellen, dass sich meine Angst als völlig unnötig und überflüssig erwiesen hatte.

Wer sich mit ganzem Herzen und mit vollem Einsatz einer Sache verschreibt, wird den Mut finden sich seinen Ängsten zu stellen. Zwar ist es angsteinflößend ohne Garantie auf Erfolg zu handeln, allerdings kann man nichts erreichen, wenn man nichts versucht.

Finde den Mut Neues zu lernen und dir Neues zu zutrauen. Die Persönlichkeit eines Menschen ist nicht statisch. Wir sind zwar das Produkt unserer Vergangenheit , können aber jederzeit einen neuen Weg einschlagen und in unserer Persönlichkeit wachsen.

Durch welche kleine oder große Angst könntest du die kommende Woche schreiten?:)

In diesem Sinne noch ein schönes Wochenende<3

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9 Gedanken zu “Mut zur Angst – die Geschichte vom kleinen Kürbis

  1. Was für ein toller Beitrag!
    Wirklich wahre Worte und es lohnt sich, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, sich auch mal etwas zu trauen. Das habe ich bisher schon häufiger geschafft und es war jedes Mal sehr befreiend.
    Ich danke dir für die Worte, die mich nochmal an vieles erinnert haben. Auch sehr schön geschrieben 🙂
    LG Jacky

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  2. Sehr schöne Geschichte und wahre Worte ❤
    Ich würde gerne öfter aus meiner Komfortzone herauskommen, weiß aber leider oft gar nicht, wo diese liegt. Erst, wenn ich etwas versuche merke ich plötzlich, dass das außerhalb meiner Komfortzone liegt- Angst davor verspüre ich dann erst in dem Moment. Woher weißt du denn so genau, was jetzt außerhalb deiner Komfortzone liegt? 🙂
    Liebe Grüße von meinem kleinen Blog

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    • Hallo Miss Rainbow,

      woher ich weiss wo meine Komfortzone ist?

      Das weiss ich daher, weil ich dann Angst vor etwas habe.

      Wenn ich abends auf der Couch sitze ist mein Puls (falls ich keinen Actionstreifen schaue) ruhig und gemäßigt.

      Wäre ich allerdings in einem Flugzeug unterwegs und würde kurz vor einem Fallschirmsprung stehen, hätte ich Angst.

      Immer dann wenn ich Angst vor etwas habe, weiss ich dass das außerhalb meiner Komfortzone liegt. Ist meine Antwort Antwort genug?:)

      Liebe Grüße

      Nina

      PS. schöner Blog:)

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    • Liebe Miss Rainbow, scheinbar habe ich deine Nachricht nicht beantwortet. Das ist selbstverständlich nicht gewollt. Vielleicht ist es jetzt nicht zu süät zu antworten:)
      Ich weiss eigentlich relativ gut, vor welchen Situationen ich Bammel habe. Das sind die Situationen wo ich bereits im Vorhinein nervös werde. Kennst du das Gefühl nicht? Das Gefühl, dass du Schmetterlinge im Bauch hast und hoffst, dass nichts schief geht?? LG Nina

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