Egalness: nicken, lächeln und trotzdem machen was dich glücklich macht:)

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Da sich mein Endziel in Deutschland letztlich schneller verwirklichen lässt als in Namibia (ich sage nur african time;)) und ich gelernt habe was ich lernen wollte, habe ich kurzerhand meine sieben Sachen gepackt und bin nach Deutschland geflogen. (Was ich aufgrund der Temperaturen und dem Mangel an Sonnenlicht sehr schnell wieder bereut habe;-))Durch meinen Lebenswandel die letzten zwei Jahre – nämlich dem zu machen was ich will – befinde ich mich seit einem Jahr die meiste Zeit im Kreuzverhör:D Die erste Frage in Deutschland angekommen.“Sag mal, wie geht’s denn jetzt beruflich bei dir weiter? Hast du schon einen 20 Jahresplan aufgestellt? Schön, dass du jetzt vernünftig geworden bist.“

Ähm, nein:D Ich habe weder einen 20 Jahresplan, noch gehe ich aktuell zurück in die Bibliothek. Aber danke der Nachfrage:DDD Ich habe andere Pläne. Meine Pläne die ich nur mit Menschen teile, die ähnlich denken. Denn reinreden lassen kann ganz schön anstrengend sein. Im Zuge der Entwicklungen in meinem Leben kann ich darüber ein Lied singen.

Ich habe darüber nachgedacht, wie wichtig uns bei unseren Entscheidungen das Schulterklopfen unseres Umfeldes ist und eine Methode gefunden wie wir uns davon befreien können….

Was denken meine Freunde? Wie kommt das wohl bei meinen Kollegen an? Soll ich meiner Familie überhaupt von meiner Entscheidung erzählen? Oft wollen wir im Leben einen Weg gehen, der nicht konform geht mit den Vorstellungen unseres Umfeldes. Wir wollen von unserer Umwelt akzeptiert, anerkannt und gemocht werden. Was erklärt, warum wir uns in triste Businessklamotten und Krawatten zwängen, jahrelang über langweiligen Büchern sitzen, uns Gucci statt no name Klamotten kaufen (ich plädiere für freie Farb- und Kleiderwahl egal in welcher Branche;-)) und Berufen nachgehen die uns eigentlich nicht interessieren. Ohne Zuschauer wäre das alles ziemlich sinnfrei…nehme ich mal an;-)

Wenn wir also unser Leben so gestalten wie wir es für richtig halten, kann es sein, dass wir in unserem Umfeld anecken, Missgunst, Unverständnis oder Kritik ernten. Da wir selbst in unserem Entwicklungsprozess Angst vor neuen Wegen haben, uns Selbstzweifel plagen, reden wir uns unsere Träume schlecht, verwerfen oder verschieben sie und ändern letztlich nichts an unserer jetziger Situation. Doch der Preis den wir für unsere Mutlosigkeit zahlen ist hoch: wer sich verstellt, schadet sich selbst, vergeudet seine Lebenszeit und baut Beziehungen auf Lügen auf. Daher kann es sich lohnen endlich den eigenen Weg zu gehen und das Risiko einzugehen den ein oder anderen Weggefährten zu verlieren. Aber nur so schafft man Raum für neue Menschen. Menschen mit identischen Träumen, die ermutigen, unterstützen,verstehen oder zumindest nicht kritisieren.

Aber woher kommt eigentlich unser tiefer Wunsch, dass unser Umfeld unsere Entscheidungen regelmäßig abnickt und uns jeder mag?

Die Antwort auf diese Frage lautet: soziale Anerkennung. Wie Nahrung und ein Dach über dem Kopf gehört auch die soziale Anerkennung zu unseren menschlichen Bedürfnissen. Dies trifft sowohl auf den Freundes- und Familienkreis als auch auf das berufliche Umfeld der Kollegen zu. Daher fällt es uns oft so schwer anders als unser Umfeld zu handeln. Einer der entscheidenden Faktoren ist dabei die Angst vor sozialer Ablehnung und Isolation.

Eine weiteres menschliches Grundbedürfnis ist das Bedürfnis nach Sicherheit. Fühlt man sich einer Gruppe zugehörig fühlen wir uns sicher und aufgehoben. Solange man also dem anderen keine Angriffsfläche durch abweichende Meinungen und Aktionen bietet, kann man sich in Sicherheit wähnen.

Allerdings erfordert das ständige Unterdrücken eigener Lebensvorstellungen, Meinungen und Werte ein ständiges Verstellen und Verleugnen der eigenen Person. Wer aber endlich leben will wie er/sie es für richtig hält muss sich auf Kritik, Ablehnung, Unverständnis und Abwendung anderer einstellen. Ich spreche aus Erfahrung….Sobald man beginnt das vorgegebene zu hinterfragen und lebt was man „nicht leben soll“, eckt man an. Wenn man aber beginnt zu verstehen, dass die anderen es nur gut meinen und uns vor Gefahren bewahren wollen kann man beginnen ein Instrument zu entwickeln, welches in dieser Situation hilft:

Es nennt sich Egalness: die Kunst die Meinung anderer anzuhören, zu respektieren, aber dennoch zu machen was man selbst für richtig hält.

Dies hilft dabei Entscheidungen selbstständig zu treffen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, wie andere diese aufnehmen. Sei es bei der Wahl des Partners, des Studiengangs oder auch nur bei der Entscheidung über die favorisierte Partei. Etliche Entscheidungen und Lebensmodelle sind durch Meinungen unseres Umfeldes und der Gesellschaft geprägt. Doch was würde passieren, wenn wir die Meinung anderer ignorieren? Wäre das wirklich so schlimm? Was ist unser persönlicher Mehrwert, wenn wir leben was wir als richtig empfinden?

Wenn wir die Meinungen anderer ignorieren, sind wir frei genau das zu tun, was wir für richtig halten. Nicht nur werden wir freie Entscheidungen treffen können, wir können uns gleichzeitig von Ängsten befreien. Ohne den Druck, der durch fremde Ansichten entsteht verschwinden Ängste vor Fehlern, so dass wir auch mutiger werden Risiken einzugehen um unsere Ziele zu erreichen.

Ebenfalls werden wir uns energiegeladener fühlen, weil wir uns nicht mehr verstellen müssen. Diese neu gewonnene Energie können wir nun nutzen und für die Dinge einsetzen, für die wir uns wirklich interessieren. Sobald wir uns nicht mehr von fremden Meinungen aus dem Konzept bringen lassen, gelangen wir schneller an unsere Ziele.

Sobald wir keinen Wert mehr auf die Meinungen anderer legen, wird sich unser Umfeld automatisch verändern. Wirkliche Freunde werden auch zu uns stehen, wenn wir unseren eigenen Weg gehen. Jedoch wird es auch Menschen geben die sich distanzieren oder von uns abwenden. Dann machen diese allerdings Platz für neue Menschen. Menschen die uns unterstützen, inspirieren,verstehen oder zumindest nicht kritisieren.

Weiterhin werden wir automatisch selbstbewusster. Wer sein eigenes Ding macht, aus der Reihe tanzt und neue Wege einschlägt wird durch die Eigenständigkeit ganz automatisch selbstbewusster. Das hat gleich mehrere positive Auswirkungen: wir werden in Gesprächen mehr Sicherheit und Kompetenz ausstrahlen, wir werden von anderen positiver und besser eingeschätzt und auch unsere Selbstwahrnehmung verbessert sich.

Überdies können Einstellungen „ansteckend“ sein und sich auf andere übertragen. Sobald wir leben was wir wollen, beginnt unser Umfeld bewusst oder unbewusst damit, das eigene Leben zu hinterfragen. Sobald wir also beginnen unser Leben zu verändern, inspirieren wir andere dazu ebenfalls ihren persönlichen Weg zu gehen.
In diesem Sinne: mach dir deine Welt, wie sie dir gefällt:)

Ich drück euch ❤

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6 Gedanken zu “Egalness: nicken, lächeln und trotzdem machen was dich glücklich macht:)

  1. Sehr schöne Gedanken! Ich sehe das genauso und fühle mich jetzt noch ein Stückchen motivierter, meinen Weg zu finden und zu gehen. Früher habe ich das auch getan, aber irgendwann schlief es ein und ich wurde konform. Bis jetzt. 🙂
    Viele Grüße, Idgie

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    • Liebe Idgie,

      ich freue mich sehr, dass mein Beitrag wieder etwas in dir wachgerüttelt hat was schon lange gelebt werden will:) Gehe deinen Weg und es wird sich alles fügen. Da bin ich mir ganz sicher!

      Vielen Dank für deinen Kommentar und ganz viel Kraft.

      Fühle dich gedrückt

      Nina

      Gefällt 1 Person

  2. Habe mein ganzes Leben gemacht, was mir Spaß macht, dazu muss ich mich nicht unbedingt erklären!! Vielleicht gibt es auch noch etwas wie Rücksicht gegenüber meinem Umfeld. Du kannst nicht verhindern, dass Du in einer Gemeinschaft lebst, und mit Deiner Einstellung, ob gewollt oder ungewollt, Trümmer hinterlässt. Aufforderung zum Egoismus ? solange er nicht Anderen schadet !! Du kannst nicht durch das Leben gehen, ohne Bedürfnissen Anderer zu entsprechen im Rahmen dessen, was Du auch von dort erwartest. Du musst Dich auch nicht unbedingt benutzt fühlen, wenn Du dich auf deinem Weg vielleicht einmal korrigieren lässt. Die Gemeinschaft, der “ Stallgeruch “ bleiben dabei auf der Strecke. Wenn Du tauchen möchtest, OK aber dann bitte nicht gleich so tief !!! Wolfgang

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    • Lieber Wolfgang,

      ich habe eine Frage: warum ist Egoismus (Eigenverantwortung fürs eigene Leben) schlecht?

      Wenn ich mein Leben lebe wie ich will und Eigenverantwortung dafür übernehme, belaste ich nicht mein Umfeld damit diese Aufgabe für mich stellvertretend zu übernehmen. Wenn ich glücklich bin, kann ich andere mit meiner Laune ansteckend. Wenn ich energiegeladen bin, kann ich eher für andere da sein. Wenn ich einem Bettler in die Taschen greife, ist da leider nicht viel zu holen.

      Ist es nicht egoistischer wenn Menschen die Opferhaltung einnehmen und ihr Umfeld mit ihrer Unfähigkeit zum Handeln belasten? Ist es nicht schlimmer wenn man seine eigenen Träume nicht lebt und dafür in der Familie täglich miese Stimmung verbreitet? Das könnte ich in weiteren 1000 Situationen weiterführen.

      Ich denke wenn jeder vor seinem eigenen Haus kehrt wird die ganze Straße sauber. Oder siehst du das anders?

      Solange man andere nicht beeinträchtigt, kann man meiner Meinung nach seine Autonomie frei entfalten.

      Nina

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  3. Liebe Nina, nur noch diese Antwort !! Dein Problem ist die Interpretation von Begriffen, mit deutlicher Aussage…. Egoismus ist von “ Verantwortung für das eigene Leben “ so weit entfernt , wie heiß von kalt. nämlich : Egoismus ist : “ Selbstsucht, Eigennutz, das Streben nach eigenem Vorteil und G l ü c k ohne Rücksicht auf die Mitmenschen “ !!! Dies kannst Du doch nicht gemeint haben ?? Wolfgang

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