Stellen wir uns eine Welt vor, in der positive Meldungen der Normalfall sind

rainbow-background-1149610_1920 (1)„Rätsel um Flüchtlingstragödie“, „Wie real ist die Terrorgefahr?“, „Frau in Wohnung eingesperrt“, das sind die Themen die Deutschland bewegen.

Der tägliche Normalfall deutscher Meldungen sieht folgendermaßen aus:

Negativschlagzeilen, Terror, Angst, Krankheiten, Mord, Totschlag etc. Ab 9.30 Uhr erfährt der deutsche Bürger in „Betrugsfälle“ wie wenig man seinen Mitmenschen trauen kann, in Punkt zwölf werden die Schlechtigkeiten der Welt thematisiert um dann 14 Uhr in „Blaulicht-Report“ der Polizei in die dunklen Ecken Deutschlands zu folgen. Wer bis dahin noch nicht in Weltuntergangsstimmung ist kann dann ab 15 Uhr in „Verdachtsfälle“ die schauspielerischen Spitzenleistungen talentierter Akteure verfolgen, welche auf RTL streiten, betrügen, schreien und sich gegenseitig hintergehen. Wechselt man in der Hoffnung auf gute Stimmung dann zum Medium Radio wird es nicht besser. Hier weinen die Sänger abwechselnd bereits im Frühstücksprogramm über die Tücken des Lebens. Alan Walker (aktuell auf Platz 1 der deutschen Charts) nölt bereits 7.30 Uhr über seine Ängste, Dämonen und seine verlorene Flamme. Anschließend teilt Kerstin Ott in ihrem Song „die immer lacht“ ihre noch nicht erkannte Depression mit uns.

Dank deutscher Medien könnte man stimmungstechnisch dann bereits 8 Uhr morgens seinem Leben ein Ende setzen:D

Die deutsche Bildzeitung (lassen wir die inhaltliche Qualität mal dahingestellt) veröffentlicht jedes Jahr zum 24.12 eine Ausgabe mit ausschließlich positiven Meldungen.

Dabei hat sich mir die Frage gestellt warum unsere Medien nicht täglich positive Meldungen veröffentlichen, sondern überwiegend negative Meldungen kommunizieren?

Ganz einfach: Zeitungsverlage und Medienhäuser wollen Profite erzielen.

Sie sind weder das Deutsche Rote Kreuz noch die Caritas. Medien sind profitorientierte Wirtschaftsunternehmen. Das bedeutet: Je mehr verkauft wird, desto besser. Und wie geht das am besten? Das funktioniert am effektivsten, indem man die Aufmerksamkeit der Leser gewinnt. Und wie geht das am besten? Indem man das menschliche Gehirn studiert und herausfindet worauf das menschliche Gehirn besonders anfällig reagiert. Evolutionsbedingt gibt unser Gehirn negativen Signalen immer den Vorrang. Denn: wer seine Aufmerksamkeit stärker auf das Schlechte und Gefährliche richtete, hatte größere Chancen, zu überleben. Dies war damals hilfreich und überlebenswichtig um angemessen auf Angriffe wilder Tiere zu reagieren. Allerdings gibt es in der heutigen zivilisierten Welt keine existentiellen Bedrohungen mehr durch freilaufende Raubtiere. Zumindest nicht in Deutschland;-)Dennoch nutzen die Medien dieses in uns angelegte Muster, um ihrer Verkaufszahlen zu halten.

Ist unsere Welt aber tatsächlich so furchtbar, wie sie uns täglich in den Medien präsentiert wird?? Oder wird unser Fokus lediglich aus wirtschaftlichem Interesse auf Negativschlagzeilen gelenkt?

Was selten Schlagzeilen macht aber Fakt ist: „Wir leben länger und gesünder als noch vor 40 Jahren, wir arbeiten weniger und sind dennoch reicher. Unsere Kinder erhalten eine höherwertige Bildung, die Generationen verstehen sich prächtig, die Umwelt ist so sauber wie lange nicht mehr. Wir leben – historisch einmalig – mit allen unseren europäischen Nachbarn seit Jahrzehnten im Frieden, Gewalt und gesellschaftliche Konflikte haben sich stark verringert. Nicht alle profitieren in gleichem Maße von diesem Mehr an Lebensqualität und Wohlstand, aber für die Mehrheit zeigen die langfristigen Trends in eine positive Richtung.

Das gilt für Deutschland, aber mehr noch für den Rest der Welt. Die Lebensverhältnisse in den meisten Staaten auf dem Globus haben sich so grundlegend verbessert, wie dies noch vor zwei Jahrzehnten niemand vorauszusagen gewagt hätte. Die Kindersterblichkeit hat sich seither halbiert. Der Anteil derer, die Zugang zu Bildung, Gesundheit und fließend Wasser haben, ist immens gestiegen. Seit den siebziger Jahren hat sich die Nahrungsmittelproduktion in den Entwicklungsländern verdreifacht. Laut dem jüngsten Global Burden of Disease- Report verliert die Menschheit mittlerweile mehr Lebensjahre durch Übergewicht als durch Unterernährung. Und zu keiner Zeit wurden so viele Regierungen von ihren Bürgern zumindest halbwegs demokratisch gewählt.

Stellt man das Heute dem Gestern vorbehaltlos gegenüber, leben wir in einem goldenen Zeitalter.“ (die Welt – Stand: 21.3.2013; Wirtschaftswoche, Deutschland geht es gut – Stand: 16.12.2015)

Wir können selbst entscheiden worauf wir unseren Fokus setzen wollen und stellen dann vielleicht fest, dass die Welt und unser Leben eigentlich gar nicht so übel sind.

Worauf wollen wir unseren Fokus setzen? Wäre es nicht schön, wenn positive Meldungen der Normalfall wären?

Fühlt euch gedrückt

Nina ❤

Danke Matthias für deinen inspirierenden Artikel: Radio – Soundtrack zu deinem Leben?

 

 

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12 Gedanken zu “Stellen wir uns eine Welt vor, in der positive Meldungen der Normalfall sind

  1. Schöner Artikel 🙂

    Eins muss ich noch ergänzen, weil es mir ein Herzensanliegen ist 🙂
    Wenn ich den Gesprächen vieler Menschen lausche, dann geht die Negativität sogar noch viel weiter, als irgendwelche Profitinteressen. Denn in all unseren Gesprächen, machen wir auf Missstände aufmerksam. Wir reden und schreiben so gerne über das, was jemand nicht kann, was wir nicht wollen, was schlecht ist, was fehlt – und es ist so unfassbar einfach darüber zu reden. Genau durch diese Gespräche erhalten wir die Negativität am Leben.

    Wenn wir z.B. eine Zeitung „bekämpfen“, weil sie „negative Nachrichten“ schreiben, dann tun wir genau das gleiche wie die Zeitung auch: wir kämpfen (aggressiv) und schreiben, was jemand schlecht macht (negative Nachrichten). (Dabei glauben wir natürlich immer, selbst die Guten zu sein, die ja für die gute Sache kämpfen – genau das ist der Trugschluss. Es kommt nicht darauf an, für was wir kämpfen – sondern ob wir kämpfen).

    Kämpfen und die Negativität zu betrachten ist eine Spirale, die sich ewig weiterdreht und ich glaube, die Antwort und die Lösung ist ganz einfach: Erst wenn wir (Du und ich) aufhören auf das zu schauen, was nicht funktioniert und anfangen uns selbst voll auf das Gute zu konzentrieren – wie Du ja Deinen Beitrag schon beendet hast – dann werden wir dem Guten immer mehr Macht und Geltung verschaffen.

    Das klingt erst mal ganz einfach 🙂 Sich wirklich auf das Positive zu konzentrieren – und wirklich über das Positive zu schreiben ist in meiner Wahrnehmung eine echte Herausforderung und erfordert eine ganze Menge Mut.

    Es gibt ein sehr schönes Zitat dazu von Marianne Williamson:
    „Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind, Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich machtvoll sind. Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit. Wir fragen uns: “Wer bin ich eigentlich, dass ich leuchtend, begnadet, phantastisch sein darf?”
    […] Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes zu verwirklichen, die in uns ist. Sie ist nicht nur in einigen von uns, sie ist in jedem Menschen. Und wenn wir unser eigenes Licht Erstrahlen lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben, wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreien.“

    Liebe Grüße
    Matthias

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    • Lieber Matthias,

      vielen Dank für deinen anregenden Text.Ich stimme dir indem was du schreibst völlig zu. Daher plädiere ich auch für Demonstrationen FÜR etwas und nicht gegen etwas.

      Wir ziehen in unser Leben, worauf wir unseren Fokus legen. Ich freue mich, dass es noch mehr gleichgesinnte Menschen gibt.

      Liebe Grüße

      Nina

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  2. Vielen vielen, lieben Dank für Deinen ach so wahren Komentar. Du hast es geschafft, mich aus tiefen Depressionen herauszuholen, die mir das profitgierige News Umfeld täglich aufzwang. Vielleicht sollte man wirklich die tägliche Realität ignorieren, wo es doch viel schönes und positives zu leben und erleben gibt. Dass Europa so viele Jahre ohne Kriege lebt ist sicher keine Selbstverständlichkeit, aber es lässt sich auch nicht übersehen, dass so einige Unwetter zumindest am Euro Horizont zu erkennen sind. Es gibt viele Dinge, Erlebnisse, Ereignisse, die den Betroffenen wenig Basis verschaffen, die Welt nur rosarot zu sehen. Ab sofort sehe ich nur noch das halb volle Glas und nicht das halb leere. Wie ich reagiere, wenn das Glas ganz leer ist möchte ich mir erst gar nicht vorstellen. Eine Ignoranz unseres täglich sich wandelnden Umfeldes ist vielleicht für Blumenkinder real, aber letztlich auch da nur von kurzer Dauer. Ich selber, werde es vielleicht mit den Blumenkindern versuchen, die demonstrieren auch für etwas und nicht gegen etwas, und dann geläutert berichten…. Wolfgang

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  3. Was hat Dich bewegt nach Afrika zu gehen, eine reale Presse, oder nur positive Nachrichten ? Die realen Nachrichten erreichen auch Menschen wie dich, und Entscheidungen zu helfen, wie Rotes Kreuz, weit weg, sind erst damit begründet…. Wolfgang

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    • Was ist Realität?

      Du schreibst positiv und real. Das heisst, dass du weisst was die Realität ist und das obwohl die Welt nur subjektiv betrachtet werden kann. Das musst du mir erläutern;)

      Beste Grüße<3

      Nina

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  4. Der subjektive Blickwinkel ist immer gegenwärtig. leider viel zu oft auch aus niedrigem Niveau heraus. Es gibt aber auch noch Menschen, die denken, und die den Begriff Fairness praktizieren. Denen kann man schon einen objektiven Blick zugestehen. Sorry, aber ich versuche schon gar nicht erst, in den subjektiven Tunnelblick zu geraten. Wolfgang

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    • Lieber Wolfgang,

      ich danke dir wie immer für deinen Kommentar. Sicherlich gibt es Menschen welche durch Erfahrung und Bildung eine Situation anders bewerten als eine Person, die über diese Eigenschaften nicht verfügt. Dennoch glaube ich, dass du mich eventuell missverstanden hast.

      Ich sage nicht, dass es nicht auch weniger schöne Vorfälle auf der Erde gibt (wobei dem schon wieder eine Wertung meinerseits zugrunde liegt), dennoch gibt es in gleichem Maße schöne Dinge, Vorfälle, Gegebenheiten (auch hier reine Bewertungsauslegung). Mein Punkt ist der, dass die Medien wählen können, ob sie „schöne“ oder „unschöne“ Gegebenheiten priorisieren wollen.

      Ich schaue seit 4 Jahren keine Nachrichten mehr und lebe

      Subjektivität und Objektivität hat m.E. nichts mit der Intelligenz des Betrachters zu tun. Oder siehst du das anders?

      Nina

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  5. Aber Hallo !!! Ganz sicher bedarf es einer gewissen Intelligenz, mit wachsender Erfahrung, Dinge aus anderer Sicht, nämlich nicht eingeschränkt ( Subjektiv) zu sehen. Dokumentierst Du nicht gerade mit Deinem Blog, den Weg wachsender Erfahrung ? Deine Rhetorik aber, bereitet mir immer mehr Freude. Fühle Dich gedrückt ! Wolfgang

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    • Mein lieber Wolfgang,

      ich glaube, dass wir in diesem Punkt aneinander vorbeireden. Zunächst bräuchten wir beide eine identische Begriffsdefinition. Und daran scheitert scheinbar:)Allerdings können wir diese Thema gerne an anderer Stelle erörtern:)Nina

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