Es ist ok das Leben zu genießen – lieber verrueckt als ungluecklich

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Eine Krankenschwester hat die Dinge aufgezeichnet, die Sterbende am häufigsten bereuen. 

Bronnie Ware ist eine australische Krankenschwester, die mehrere Jahre in der Palliativpflege gearbeitet hat. Dabei umsorgte sie die Patienten während der letzten 12 Wochen ihres Lebens und dokumentierte deren Erkenntnisse.

Bronnie schreibt über die bemerkenswerte Klarheit, die Menschen am Ende ihres Lebens erlangen, und was wir von ihrer Weisheit lernen können. “Wenn sie gefragt wurden, was sie am meisten bedauern, oder was sie gern anders gemacht hätten, tauchten einige Themen immer und immer wieder auf. “

Hier sind die am häufigsten bereuten Dinge, die der Krankenschwester genannt wurden:

1. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein Leben nach meinen Vorstellungen zu leben, und nicht nach den Vorstellungen der anderen.

Mit diesem Gedanken sterben leider viele Menschen. Wenn sich das Leben dem Ende neigt, blickt man zurück und zieht Bilanz. Habe ich alles erreicht, was ich wollte? Habe ich etwas ausgelassen? Das ist im Nachhinein natürlich immer etwas leichter zu beantworten. Aber trotzdem ist es hart zu erkennen, dass man seine Träume nicht verwirklicht hat. Dass man sich hätte anders entscheiden können. Und müssen.

Meine Entscheidung nach Namibia zu gehen war meine alleinige Entscheidung. Ich bin fest davon ueberzeugt, dass unser Gefuehl uns immer genau Rueckmeldung gibt, ob wir das leben was uns entspricht, oder ein Leben fuehren, dass andere von uns erwarten. Waere es nach meinem Vater gegangen, wuerde ich heute bei Mercedes Benz Autos verkaufen (nicht dass ich auch nur ansatzweise Interesse geschweige denn Ahnung von Autos habe:)), haette 1 bis 3 Kinder die ich in einem Reihenhaus in Deutschland aufziehen wuerde.

Waere es nach meiner Oma gegangen, haette ich bereits mit 20 geheiratet, wuerde Kinder gross ziehen und halbtags Querfloetenunterricht geben.

Waere es nach meinem Chef gegangen, haette ich ein zweites juristisches Staatsexamen abgelegt, eine Notarausbildung gemacht und wuerde jetzt ungluecklich im Nadelstreifenanzug in Frankfurt in einem Turm sitzen.

Alle haben es natuerlich nur gut mit mir gemeint. Aber letztlich bin ich der einzige Mensch der weiss was gut fuer mich ist. Ich erlebe jede Woche Neues, lerne grossartige Menschen kennen, habe JEDEN Tag Sonnenschein, verbringe meine Wochenenden in Flip Flops, Shorts und Shirt an diversen Pools, grille waherendessen oder danach;-) gehe Wandern, fliege im Maerz mal eben fuer 10 Tage nach Kapstadt, habe eine Einladung nach Kenia erhalten und geniesse jeden Moment eines Tages. Waere es nach den Vorstellungen meines Umfeldes gegangen haette ich allerdings niemals die Zufriedenheit, die ich die letzten Monate verspuere. Und wenn ich sage dass ich noch nie so gluecklich in meinem Leben war wie jetzt, entspricht das der Wahrheit.

Wenn man feststellt dass man ein Pinguin in der Wueste ist, kann man sich entweder jahrelang therapieren lassen bis man eine unglueckliche Giraffe wird, oder man sucht das Wasser….Das bedeutet nicht immer eine rauemliche Veraenderung, aber vielleicht eine private oder berufliche Veraenderung.
Jeder sollte seinem Herzen folgen. Und mit großen Schritten auf seine Träume zugehen. Irgendwann ist es zu spät und man hat nur dieses eine Leben.“

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2. Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gepflegt.

Viele entwickeln in der Zeit ihres Lebens irgendwann einen Tunnelblick und konzentrieren sich nur noch auf den Beruf und ihre Pflichten. An zweiter Stelle kam die Familie. Und danach? Kam irgendwann gar nichts mehr. Freundschaften kommen und gehen, sagt man so schön, aber gar keine Freunde mehr zu haben ist eine Erkenntnis, die einen in den letzten Atemzügen unheimlich schmerzt. In Deutschland ist mir massiv aufgefallen, dass Treffen 3 Wochen im voraus getaktet werden. Will man sich spontan treffen geht das nicht weil die Wohnung dringend geputzt werden muss, die Steuererklaerung noch unfertig auf dem Tisch liegt und ueberhaupt, die ganze Woche war ja soooo stressig, dass man keine Zeit fuer seine Freunde hat oder man mal eben schnell auf einen Kaffee vorbei kommt. Allerdings glaube ich nicht, dass man auf dem Sterbebett an seine perfekt geputzte Wohnung oder die ordentlich geschriebenen Steuererklaerungen zurueck denkt. Vielleicht sollten wir uns einfach mal den Druck nehmen und unsere Zeit genießen.

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3. Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.

Es ist nicht so, dass das Glück einem zufliegen würde. Es ist nicht das Schicksal eines Menschen oder etwa Zufall. Man kann sich dazu entscheiden, ein glückliches Leben zu führen. Wenn man die Dinge positiv sieht. Wenn man davon ausgeht, dass überraschend tolle Dinge passieren werden. Wenn man optimistisch ans Leben geht. Dann beginnt man alles Positive zu sehen. Und davon gibt es reichlich im Leben. Und so wird man tiefstes Glück empfinden. Viel zu oft lässt man sich im Leben von den Sorgen über die Zukunft leiten. Man hat Angst, was alles passieren könnte und bleibt in seinem Einheitsbrei. Man verlernt, im Moment zu leben und schaut aus Angst vor der Zukunft nur vor sich auf den Boden und lebt in Watte. Mach die Augen auf und gehe mit gestreckter Hand deinen Wünschen entgegen. Nimm dir, was du willst. Und wenn du mal scheiterst, spürst du wenigstens immer noch das Leben. Und ansonsten nur pures Glück.

Viele denken das Leben waere eine toternste Veranstaltung die daraus besteht taeglich Pflichten abzuarbeiten. Aber mal ehrlich: bekommt man am Lebensende einen Pokal dafuer, dass die Wohnung immer tip top aufgerauemt war, die Haare immer optimal gestylt und dass man es jedem recht gemacht hat nur nicht sich selbst? Was ich die letzten Monate gelernt habe ist Gelassenheit. Die Gelassenheit nicht perfekt sein zu muessen und das Leben geniessen zu koennen. Dann stehen eben noch 3 Teller ungespuelt in der Kueche…na und? Die stehen spaeter immer noch. Dafuer hat man aber vielleicht einen fantastischen Tag mit seinen Freunden verbringen koennen.

Wir haben das Glück, geboren zu sein. Was wir aus unserem Leben machen, liegt in unserer Hand. Es macht traurig zu sehen, dass uns der wahre Wert des Lebens oftmals erst bewusst wird, wenn das Leben zu Ende geht. Was am Ende zählt, sollte auch während des Lebens am Wichtigsten sein.

In diesem Sinne: take it easy. Mein Vino steht schon bereit;-)

Eine glueckliche und gelassene Woche. Druecke euch<3

P.S. Beitrag gerne teilen 😉

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5 Gedanken zu “Es ist ok das Leben zu genießen – lieber verrueckt als ungluecklich

  1. Alles ganz richtig, und zu dieser Erkenntnis kann ich dich nur beglückwünschen. Nun, mit deinen Lenzen ist das Versäumte immer noch überschaubar, aber das Wissen darüber muss uns sicher nicht immer davon abhalten in dieser Richtung Fehler zu machen. Merke : Versäumte Gelegenheiten können im Nachhinein ganz schön schmerzen und uns den Rest unseres Lebens begleiten !! Wolfgang

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