Leben statt gelebt zu werden – pfeif auf den perfekten Lebenslauf!

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In letzter Zeit erlebe ich sooft, dass Menschen ihren Lebenslauf wichtiger nehmen als ihr tatsaechliches Leben. Sie verbiegen sich, um es potenziellen Arbeitgebern recht zu machen.

Statt Work and Travel in Australien absolviert der Lebenslauf – Perfektionist einen Master of Law in Cambridge.

Anstatt das Praktikum als Menschenrechtsanwaeltin fuer Greenpeace in Suedamerika zu absolvieren, schiebt der Lebenslaufjunkie jahrelang Texte von A nach B. Statt einer Weltreise laesst man sich zum Steuerberater ausbilden um anschliessend scheintot von 8-5 abzusitzen. Anstatt zu kuendigen laesst man sich wochen/ oder jahrelang auf der Arbeitsstelle mobben bis es zu gesundheitlichen Schaeden kommt. Laeuft da nicht irgendetwas gravierend falsch?!

Die einzige Frage die tangiert ist: „Und wie wirkt sich das auf den Lebenslauf aus?“

Die Frage lautet nicht: „Was will ich von Herzen und was macht mir Spass?“ Die Frage lautet: „Was wird von mir erwartet?“

Menschen leben nicht mehr ihr Leben, sondern machen sich zu Objekten des Arbeitsmarktes. Praeventiv erfüllen sie Anforderungen, von denen sie denken, dass sie zukuenftig an sie gestellt werden koennten. Sie gestalten sich eine triste Gegenwart, in der Hoffnung, so ihre Zukunft zu sichern.

Sie streben in Führungspositionen, obwohl ihnen das Delegieren gar keinen Spass macht. Sie sitzen in Bueros, obwohl sie Bueros und sitzende Taetigkeiten im Allgemeinen hassen. Gehen statt ins warme Australien ins kalte England. Sie verharren in verhassten Jobs, weil eine sofortige Kuendigung schlecht im Lebenslauf aussieht. Und dann wundert man sich ueber die steigenden Burnoutraten in Deutschland???

Laut Gallup-Umfrage ist nur einer von zehn Arbeitnehmern motiviert an den Arbeitsplatz zu fahren. Der Rest sitzt seine Zeit ab oder hat bereits innerlich gekündigt.

Der Punkt ist allerdings der: selbst mit perfektem Lebenslauf kann man es nicht jedem Arbeitgeber recht machen!!

Wertet der eine Arbeitgeber eine Auslandserfahrung als gewinnbringend fuer das Unternehmen, hat der naechste Angst, dass der Arbeitnehmer in einem Jahr wieder kuendigt und nach Costa Rica auswandert. Schaetzt die eine Firma Arbeitnehmer die alle zwei Jahre ihren Job wechseln, wird man beim naechsten Arbeitgeber erst gar nicht eingeladen.

Es ist eine Farce: Menschen begraben ihre Wünsche und Bedürfnisse, um potenziellen Arbeitgebern zu gefallen und ihren Lebenslauf zu perfektionieren. Aber dieser Versuch scheitert kläglich.

Zum einen kann man es wegen unterschiedlicher Anforderungsprofile nie jedem Arbeitgeber recht machen, zum anderen verliert jeder, der seinen Lebenslauf wichtiger als sein Leben nimmt, sein Leben! Und davon hat man nur eins.

Der beste Lebenslauf ist der, der die eigenen Wuensche wiederspiegelt. Folgt man seinen Wuenschen hat man Freude an der Arbeit. Hat man Freude an der Arbeit bringt man gute Leistungen. Bringt man gute Leistungen wird dies zumeist durch Gehaltserhoehungen, gute Arbeitszeugnisse und hervorragende Reputation honoriert.

Ich habe mich sooft auf fachfremde Positionen beworben. Vom Fernsehen, ueber Luxusmaklern, ueber Unternehmensberatung und Kanzlei war alles dabei. Mich hat NIE ein Arbeitgeber NICHT eingeladen. Ich habe ALLE Stellen die ich wollte bekommen. Das aber wahrscheinlich auch deshalb, weil meine Motivationsschreiben nie  0-8-15 Anschreiben waren. Kein Arbeitgeber hat Lust 100 Mal Durchschnittsbrei  – Copy Paste aus dem Internet –  zu lesen. Wie soll man sich so von der Konkurrenz abheben?

Ich habe mich nur auf Stellen beworben die ich wollte. Und wenn man eine Stelle WILL, schreibt man eine 10000 mal ueberzeugendere Bewerbung als wenn man sich aus Pflichtgefuehl auf eine uninteressante Stelle bewirbt. Sobald ich in der Vergangenheit im Motivationsschreiben nicht wusste was ich schreiben sollte, wusste ich, dass das nicht die richtige Stelle fuer mich ist.

Bei wichtigen Entscheidungen sollte man sich daher einfach nur fragen: Wohin zieht es mich? Was sagt mein Herz? Bin ich motiviert diese Bewerbung zu schreiben? Brenne ich fuer diese Stelle? Welche Entscheidung fühlt sich am stimmigsten an? Was müsste ich jetzt tun, um als 80-Jährige(r) mit mir am zufriedensten zu sein?

Wenn du ein glueckliches Leben willst kommt es nicht auf einen optimalen Lebenslauf an – sondern auf ein optimales Leben!

Wenn dir der Beitrag gefallen hat; gerne teilen:-)

Ich druecke euch ❤

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2 Gedanken zu “Leben statt gelebt zu werden – pfeif auf den perfekten Lebenslauf!

  1. Ich arbeite um zu leben und nicht umgekehrt. Ich arbeite um meine persönlichkeit im Privatleben zu entfalten und nicht um meinem Arbeitgeber den Bauch zu pinseln. Ich arbeite um später einmal meiner Familie ein soliden Start in das Leben zu ermöglichen. Mein Lebenslauf ist ein Mittel zum Zweck und notwendig um in dieser gesellschaft in eine passende Schublade gesteckt zu werden, auf der natürlich viele €€€€ zu sehen sind 🙂

    Ps. Netter Artikel, hast du schon eine Antwort auf deine zuletzt gestellten Fragen gefunden?

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Hans,

      danke für deinen ausführlichen und tollen Text:)

      Ich denke, dass ich für mich persönlich zumindest zu 95% Antworten gefunden habe. Der Rest wird sich fügen. Da bin ich mir sicher.
      Und deinen Kommentar mit der Schublade finde ich klasse!:D Drücke dich ❤ Nina

      Gefällt mir

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