Wie wir mehr Lebensfreude in unseren Alltag integrieren können☀️

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Die Deutschen landen beim Länder-Vergleich der glücklichsten Länder der Welt auf dem 26. Platz. Das ist eine Leistung….so schlecht zu sein:D Sind wir doch sonst immer so gut. Was Lebensfreude betrifft haben wir aber scheinbar noch akuten Nachholbedarf.

Als ich letztes Jahr von der Studie erfahren hatte, habe ich mich gefragt warum das so ist. Geht es uns doch wirtschaftlich gesehen sehr gut.

Wir sind hervorragend organisiert, immer durchgeplant, zuverlässig, pünktlich. Aber irgendwas fehlt uns scheinbar noch zum Glück.

Maike van den Boom (Autorin und Journalistin) hat sich mit der Frage beschäftigt und ist in die 13 glücklichsten Länder der Welt gereist:

Ich habe einige Zeit in Mexiko und den Niederlanden gelebt. Und immer wenn ich nach Deutschland zurückkam, habe ich gespürt, dass das Lebensgefühl hier anders ist. Die Stimmung ist ganz generell nicht so ausgeglichen und lebensfroh. Dabei haben die Mexikaner – objektiv betrachtet – weniger Gründe, glücklich zu sein. Mexiko ist im Vergleich zu Deutschland ein armes Land. Genauso Costa Rica. Island ist pleite. Trotzdem zählen alle drei in den Rankings zu den glücklichsten Nationen der Welt. Es ist einfach so: Geld macht nur bedingt glücklich. Man braucht natürlich einen bestimmten Betrag, um seine Existenz sichern zu können. Aber Reichtum und Luxus verbessern offensichtlich nicht die Zufriedenheit. Bildlich gesprochen heißt das: Wer sich eine Scheibe Käse auf sein Brot packen kann, fühlt sich nicht besser, wenn er eine zweite obendrauf legt.“ –

Vielleicht sind es unsere Werte die für ein glückliches Leben überdacht werden müssten. Maike van de Boom hat für ihr Buch „Wo geht’s denn hier zum Glück“ die 13 glücklichsten Länder der Welt bereist und dabei einige Gemeinsamkeiten feststellen können: In allen 13 Ländern wurde die Nähe zu anderen Menschen, das Wir-Gefühl,Vertrauen, die Freiheit, das eigene Leben unabhängig von Zwängen gestalten zu können, groß geschrieben. Da sind sich die Menschen in allen Ländern einig, ganz gleich ob in Südamerika oder Nordeuropa.“

Bei viele Deutschen hat man das Gefühl, dass diese Werte spurlos an ihnen vorbei gezogen sind.

Gemeinschaft wird der Arbeit geopfert. Erst das ich, dann das wir. 

Soziale Beziehungen und Respekt vor Mitbürgern haben in anderen Ländern einen hohen Stellenwert. Man konzentriert sich nicht auf sich selbst sondern auf seinen Gegenüber und bekommt dafür sehr viel Aufmerksamkeit zurück.

In Deutschland sagt man oft Verabredungen ab, weil man noch Arbeit zu erledigen hat. Freunde werden auf der Straße stehen gelassen weil man noch einen wichtigen Termin hat, an der Kasse wird geflucht, in der Bahn gemotzt und sowieso könnte alles besser sein. 

Die Deutschen“ sind Negativdenker deren Fokus von Klein auf darauf geschult wird was alles nicht geklappt hat und was man auf jeden Fall noch verbessern muss. Wir müssen uns von der zwanghaften Vorstellung befreien, wie ein erfolgreiches Leben aussieht. Hier verharrt man oft in einem verhassten Job, weil er Sicherheit bietet. Aber mehr auch nicht. Die Dänen und Finnen sind auch deshalb so glücklich, weil sie sich frei fühlen, ihr Leben jederzeit zu ändern, wenn es ihnen nicht gefällt. Die sind viel unabhängiger von gesellschaftlichen Erwartungen.

Wir funktionieren im Vergleich zu anderen Ländern phänomenal. Wir sind zuverlässig, pünktlich, hervorragend organisiert. Aber manchmal würde uns ein klein wenig mehr Gelassenheit und Lebensfreude nicht schlecht tun.

Einfach mal die Nachbarn zum Essen einladen, statt 22.01 Uhr die Polizei wegen Lärmbelästigung zu rufen. An der Kasse wartend dem Liebsten eine Nachricht schicken oder die nette Dame mit nur einem Artikel nach vorne lassen anstatt nervös zu schnaufen, im Stau die Musik aufdrehen und singen anstatt dem Tourette – Syndrom lautstark freien Lauf zu lassen, dem Bahnpersonal zur Abwechslung mal ein freundliches Kompliment machen, wenn der Zug pünktlich abgefahren ist, tanzen, lachen, sich mittags ein Glässchen Vino gönnen und das Leben nicht so ernst nehmen. Sich morgens auf die Arbeit freuen und lächelnd in der Bahn sitzen. Ein Miteinander kein Gegeneinander. Vertrauen statt Misstrauen. Liebe statt Hass. Einfach eine Prise mehr Dankbarkeit für das was wir haben. All das täte uns sehr sehr gut…

Während ich das schreibe dudelt afrikanische Musik vom Pool auf meine Terrasse. Wie Lebensfreude funktioniert wissen die Namibier definitiv. Vielleicht üben wir das mal:)

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4 Gedanken zu “Wie wir mehr Lebensfreude in unseren Alltag integrieren können☀️

  1. Träume lebt man in der Nacht. Aber auch bei Dir, werden Sie ohne Fleiß , Arbeit , Engagement und eine große Portion Glück,Träume bleiben. Deiner Beurteilung unseres Wohlstandlandes – und Gesellschaft, kann ich nur beipflichten. Wolfgang

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  2. Ich habe das Gefühl, dass viel Unzufriedenheit in Missgunst und Neid fußt.
    In Deutschland gibt es zwischen Arm und Reich eine große Schere und wer ständig denkt „Es könnte mir soviel besser gehen!“, wird wohl nie zufrieden sein…

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    • Ich glaube dass Stillstand der größte Glückskiller ist. Der Mensch ist nicht für dauerhafte Routine geschaffen. Zufriedenheit und Dankbarkeit ist wichtig. Allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Dann ist es Zeit Neues auszuprobieren – um zu leben und zu wachsen – 🙂

      LG Nina

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