Gestalte dein Leben, wie du es für richtig hältst!

Als wir noch klein waren, wollten wir zum Mars fliegen, Popstar, Prinzessin oder Bundeskanzler werden. Fragt man Jugendliche was ihre Träume und Ziele sind, werden die Träume schon ein wenig kleiner. Wollte der Junge mit 5 Jahren noch Rockstar werden, stellt er sich nun innerlich auf eine Lehre bei der Bank ein. Das Mädchen wollte als Bundeskanzlerin kandidieren, hat mit Politik als junge Frau allerdings schon nicht mehr viel zu tun, da sie 12 Stunden am Tag für ihr Jurastudium büffelt. Erinnert man sie daran, dass sie Rockstar oder Kanzlerin werden wollten, erntet man nur Schulterzucken und Stirnrunzeln.Nicht dass ich was gegen Juristen oder Banker hätte. Bin ich doch selbst Juristin. Dennoch frage ich mich, ob alle Juristen, Steuerberater, Banker, Bürokaufmänner/frauen etc. dies schon immer von ganzem Herzen werden wollten. Ob sie morgens wenn der Wecker klingelt voller Begeisterung aus dem Bett hüpfen und sich denken: „ Welch Freude – endlich darf ich wieder arbeiten gehen. Danke lieber Gott, dass ich wieder so einen grandiosen Tag auf Erden leben darf. Welche Erfahrungen und Begegnungen ich heute wohl wieder erleben werde. Ich freue mich ja so.“

Die Realität sieht jedoch zumeist anders aus. Bereits montags lese ich regelmäßig auf Facebook: „Fuck off- schon wieder Montag“. Oder mittwochs: „Leute, haltet durch. Nur noch zwei Tage bis zum Wochenende.“ In Wahrheit haben doch die meisten ihre Kindheitsträume spätestens Anfang 20 eingetonnt: Schule, Ausbildung oder Studium, Ende 20 den passenden Partner finden, Anfang 30 dann das auf Pump finanzierte Eigenheim, Konsumschulden ohne Ende, 1,5 Kinder bis zum 40., sich jeden Tag 9 to 5 zu einem Job schleppen der „ganz ok“ ist oder einem sonntagabends bereits Magenschmerzen bereitet, bis zur Rente aushalten um dann wenn man Pech hat nicht mal mehr in der Lage sein die Träume anzugehen, die man 40 Jahre in die Zukunft verschoben hat. Angesichts dessen was man sollte und müsste, der Schwierigkeiten welche ein Ausscheren mit sich bringt, haben sie alle ihre Ansprüche so stark gesenkt, dass man sich mit einem Leben ohne Dopaminausstoß zufrieden gibt. Sollen doch die anderen glücklich sein, ich bleib lieber realistisch. Muss ich doch Rechnungen zahlen und in meinem Umfeld anerkannt werden ist das Credo. Hauptsache nicht aus der Reihe tanzen, den Weg des geringsten Widerstands gehen. Das ist was man tut. Realistisch sein.

Realistisch…wenn ich dieses Wort schon höre…. Mal ehrlich: habt ihr schon einmal einem Menschen der Spezies Realist ins Gesicht geschaut?? Ich schon. Nach 2 Stunden mit einem Realisten möchte ich mir ein Rezept für Antidepressiva verschreiben lassen oder mich direkt vom nächsten Balkon stürzen. Mehr aber auch nicht. Realisten sind all das, was nichts mit Lebensfreude zu tun hat. Realisten sind feige! Realisten sind Angsthasen die unter dem Deckmantel der Vernunft ein Leben führen was eigentlich keines ist. Es handelt sich dabei eigentlich um das Dahindümpeln bis zum Tod.

Ja nichts versuchen, ja nicht auffallen oder aus der Reihe tanzen. Immer brav an Regeln halten. Glück und Spaß sind Wörter die der Realist aus seinem Wortschatz verbannt hat. Stattdessen wurde er infiziert mit Floskeln wie.“ Man sollte oder man müsste.“ Gleich nach „das tut man nicht, was sollen die Nachbarn denken“ oder „das Problem dabei ist“. Nur jetzt kommt die grausame Wahrheit: Das Leben ist keine Generalprobe! Ich will niemanden direkt mit dem Tod konfrontieren, aber: das Leben ist endlich. Bald sind wir tot. Mausetot. Und wann das sein wird kann niemand sagen. Die Meisten leben als würden sie 500 Jahre alt werden. Verschieben ihre Glücksgefühle auf später. Dabei vergessen sie jedoch, dass das Leben jederzeit zu Ende sein kann. Was ist, wenn der ein oder andere die Rente nicht erlebt, weil er mit 53 seinen 2 Herzinfarkt erleidet, bei einer Bekannten von mir mit 28 ein Hirntumor entdeckt wird oder man aufgrund anderer Wehwechen einfach nicht mehr dazu in der Lage ist? Was ist wenn die Menschen mit denen man seine Träume teilen wollte dann nicht mehr da sind? Die Kinder sind ausgezogen, der Partner verstorben oder längst geschieden…Aber wollen wir mal nicht den Teufel an die Wand malen. Selbst wenn alles gut laufen wird: Was rechtfertigt ein Leben, bei welchem man sich mit bleierner Miete Tag für Tag und Jahr für Jahr aus dem Bett schleppt zu einem Beruf der keinen oder nur bedingt Spaß macht um Konsumgüter abzuzahlen die kein Mensch braucht??

Es ist statistisch nachgewiesen, dass der Glückspegel eines Menschen zum Zeitpunkt des Kaufs einer Sache zwar steigt, er sich allerdings nach spätestens 6 Wochen wieder auf den Ursprungszustand einpendelt. Das heißt man schuftet über Jahre in einem Beruf bei dem man sich bereits morgens übergeben könnte um Konsumgüter zu finanzieren, welche einem nach bereits 6 Wochen keinerlei größere Glücksgefühle mehr bereiten?!

Seit 7 Jahren fahre ich fast täglich mit dem Zug von meiner Heimatstadt in das 40 Minuten entfernte Frankfurt. Lebensfreude, Enthusiasmus, Nächstenliebe und Glück sind alles Attribute, die sich in den Gesichtern der Mitfahrenden nicht wiederfinden. Ich nenne sie liebevoll Suizidgesichter.

Aber mal ehrlich. Jeder der morgens zwischen 7 und 9 mal mit dem Zug gefahren ist kennt das doch sicherlich. Menschen welche auf dem Weg zur Arbeit aussehen als würden sie in ca. 1 Stunde exekutiert. Aber nicht als wären sie von ihrem Leben über alle Maße begeistert oder halten es für eine aufregende, spannende und ehrfurchtgebietende Angelegenheit. Die meisten Menschen wissen nicht was sie tun, weil sie nicht wissen wer sie sind.

Wir vertrödeln unsere Zeit im Wartezimmer der Lebensfreude. Wir verbannen den Tod aus unserem Leben als würden wir für immer leben. Das Leben ist keine Generalprobe. Es ist bereits der Auftritt! Wir sterben irgendwann und wann kann niemand wissen. Vielleicht in 40 Jahren vielleicht in 20 vielleicht sogar noch heute. Die Zeit hier auf Erden ist knapp bemessen und sie wird enden. Die Menschen sind sich dieser Tatsache aber irgendwie nicht bewusst. Sie vertrödeln ihre Lebenszeit als gäbe es noch 5 weitere. Weil wir uns über die Endlichkeit des Seins nicht im Klaren sind verschieben wir. Wir verschieben unsere Träume auf morgen. Aber morgen ist der einzige Tag der nie statt finden wird. Da vertagen wir unser Leben während wir zwischenzeitlich in Rente gehen. Bis dahin sind die Freunde mit denen wir unsere Träume teilen wollten tot, der Flug nach Australien scheitert an der kaputten Bandscheibe und wir können nur noch auf Reset drücken. Aber Moment, wir haben ja gar keine Möglichkeit auf einen Neustart. Wir haben nur das eine Leben. Es ist die einzige Gelegenheit die wir haben.

Also: Jetzt oder nie!

Einen tollen Blog zu diesem Thema findest du auch hier.

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2 Gedanken zu “Gestalte dein Leben, wie du es für richtig hältst!

  1. Tja, was soll man dazu sagen?
    Ich bin in gewisser Weise sicherlich auch ein Realist. Und ja, auch mir werfen die Leute vor, eher pessimistisch rüberzukommen. Ich sage dann immer „Ich bin Realist und sehe das Leben, wie es ist. Ich kann ja nichts dafür, dass das Leben scheiße ist“ 😉
    Mit Sicherheit sind 80% der Menschen in ihren Jobs unzufrieden. Ich glaube aber, dass die wenigsten ihr Geld für Konsumgüter (das klingt für mich nach Make-up, Schmuck oder dem 3. Flachbild-TV) ausgeben. Sondern einfach für Miete, Gas, Wasser, Strom. Vielen ist sicherlich bewusst, dass ihr Job sie nicht ausfüllt. Aber sie wissen entweder nicht, was sie sonst tun sollen oder das, was sie sonst tun möchten, wäre nicht lukrativ genug, um den Lebensunterhalt zu stemmen.

    Von daher: Freu dich, dass du nicht nur den Mut, sondern offenbar auch die Möglichkeit hast, dein Leben zu leben, bevor du stirbst (was in der Tat bei vielen Menschen lange vor ihrem Tod passiert…).

    Ich lese gespannt weiter 😉

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    • Viele Menschen passen ihren Lebensstandard (durchaus auch größere Wohnung/Haus etc.) an ihr Gehalt an. Wer aber nichts spart und investiert, wird sich bis zur Rente abstrampeln müssen. Um den Nachbarn zu imponieren wird geleast, auf Raten finanziert usw. Nur so kommt man denke ich leider auf keinen finanziellen grünen Zweig. Oder siehst du das anders?

      LG Nina:)

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